Month: April 2010

Im Schnee gestartet …

 - by silke

… bin ich zur ersten Etappe meines Bodenseeprojektes im Rahmen von der Tour über den Tellerrand.

Heute zur zweiten Etappe meinte das Wetter es gut mit mir. Los geht es  mit dem Bus von zuhause bei 14° C, um den Startpunkt für die zweite Etappe, die Fürstenlandbrücke in St. Gallen, zu erreichen.  Die Vulkanasche macht ja keine Probleme mehr und so komme ich ohne Verspätung an meinem Startpunkt an. ;-)

Erst mal alle überflüssigen Klamotten ausgezogen, meinen Forerunner “genordet” und los geht es die ersten paar Hundert Meter an der Strasse entlang, bevor ich auf den Sitterstrandweg abbiegen kann, der mich ein paar Höhenmeter abwärts an die Sitter führt. Ich werde nicht nur ein Stück auf dem Sitterstrandweg, sondern auch  auf dem St. Galler Brückenweg laufen.

Und jetzt endlich kann ich wie andere Blogger auch von Frühlingsboten berichten: Wiesenschaumkraut, blühender Löwenzahn, hellgrüne Blättchen an den Weiden und mit weissen Schleiern geschmückte Obstbäume. Wie schön …

An der “Ganggelibrogg” angekommen mache ich meine ersten Versuche, mich laufend per Selbstauslöser zu knippsen: garnicht so schlecht.

Meine Etappe heute ist wirklich schön zu laufen, profiliert, aber sehr ruhig. Die Sitter fliesst still neben mir her. Auf den gesamten 12+ km begegnen mir lediglich drei Personen: eine mit Kind, eine mit Hund und ein Läufer, die sich heute sehr untypisch verhalten. Normalerweise hätte ich dreimal ein “Grüezi” erwartet, bekommen habe ich nur eines.

Mehrmals komme ich an Schiessständen vorbei: das erscheint mir typisch “schweizerisch” und ich muss an den Frauenfelder Waffenmarsch denken. Gibt es sowas in Deutschland eigentlich auch?

Über einige Höhenmeter verlasse ich die Sitter und hier ändert sich die Landschaft. Ich kann über Wiesen-Wellen in Richtung Bodensee schauen und erfreue mich an der Thurgauer Architektur. Noch etwas typisch schweizerisches entdecke ich: ein Schild zu einer Schweizer Familien Feuerstelle: das sind gepflegte, schön gelegene Feuerstellen, an denen sogar das Holz von der Gemeinde zum Grillen zur Verfügung gestellt wird.

Nach kurzer Strecke durchs Dorf und über Asphalt komme ich am Bahnhof Wittenbach, meinem Ziel, an.

Das war ein schöner Lauf. Allerdings hat mich meine Ausrüstung beim Laufen erheblich gestört. Nicht der Rucksack mit Wasser und Ersatzklamotten etc, sondern mein Bauchbeutel mit Kamera und GPS für die Navigation. Für das nächste Mal muss ich das anders organisieren. Auch das Fotografieren empfinde ich als “Unterbrechung” meines Laufes, als fast lästiges Stop-and-Go. Daran muss ich mich erst gewöhnen.

Gerne hätte ich wie beim letzten Gardasee-Artikel die gpx-Dateien und ein Streckenbild zur Verfügung gestellt. Ich befürchte mein Forerunner ist kaputt. Zumindest fehlen die gpx-Daten und die Knöpfe des bl… Dings reagieren nicht mehr auf meine Eingabe. So ein Sch….

Aber hier noch etwas erfreuliches: die Tour im Bild findet ihr hier.

Nachtrag: und hier noch die rekonstruierte Tour als Strecke, Profil, in GoogleMaps, als kmz und gpx.

Quelle für Karten: Swiss Map

Atalante

 - by silke

Sein Blick lässt sie nicht aus den Augen, wie sie dasteht, konzentriert, zum Sprung bereit. Schon erreichen die ersten Läufer den Pfahl, der den Vorsprung markiert. Und wie ein Pfeil, der von der Sehne des Bogens nach vorne schnellt, fliegt sie davon. Atalante, die kühne, deren Schönheit die Freier umschwärmen, wie die Bienen den Honigtopf. Atalante, die spröde, die auch tüchtige Helden als Bewerber um den Platz als Ehemann an ihrer Seite abweist und damit ihren Vater enttäuscht.

Wie ihre Haare im Wind fliegen, ihre Füsse in hartem Stakkato den Takt bestimmen, vorantreiben und doch kaum den Boden berühren. Ihre Beine, stark und geschmeidig, fliegen nach vorne, bringen sie näher und näher an den lästigen Schwarm zudringlicher Bewerber heran. Den ersten: überholt, den zweiten: überholt ,  den dritten und noch einen und noch einen. Er hört ein Lachen, glockenhell und nicht im Geringsten ausser Atem. Gebannt folgen seine Blicke dieser Amazone, die die Männerwelt fordert, sie einen Vorsprung gewährend spöttisch verhöhnt und jetzt, jeden einzelnen der Freier, weit hinter sich lassend, zum Tode verurteilt.

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Frauen laufen

 - by silke

Ich firunning woman in naturende es ja immer interessant, Laufberichte zu lesen. Dabei interessiert mich nicht nur die Streckenbeschreibung, sondern auch, wie sich der/die Läufer/in gefühlt hat, was für Gedanken durch den Kopf ziehen etc.

Ganz neu habe ich Interesse dafür entwickelt, wie Frauen “durch die Geschichte laufen”. Konkret, welche Frauen finden sich in der Geschichte, die mit Laufen Geschichte geschrieben haben. Natürlich kennt jede Frau, die läuft, Kathrine Switzer. Aber wie sieht es zum Beispiel mit Atalante aus. Kennt ihr sie?

Aus diesem Interesse möchte ich eine neue Kategorie in meinem Blog etablieren, nämlich “Frauen laufen”. In meinem nächsten Artikel werde ich Atalante vorstellen. Ein weiblicher Mowgli  in der Antike, die sich typisch männliche Fähigkeiten angeeignet und perfektioniert hat und dennoch so unbeschreiblich weiblich geblieben ist, dass Männer aus nah und fern um ihre Hand anhielten.

Bildquelle: SPX1MSD über commons.wikimedia.org

Laufen am Gardasee

 - by silke

Viel zu schnell ist unsere Woche am Gardasee vorbei gegangen. Wie letztes Jahr hatten wir auch diesmal herrliches Frühlingswetter mit viel Sonne und warmen Temperaturen. Das tolle Wetter haben wir für etliche Sporteinheiten genutzt: biken und laufen.

Von Peschiera del Garda aus gibt es mindestens drei gute Laufstrecken: eine kurze und zwei (fast beliebig) lange.

Strecke 1 (Peschiera del Garda > San Benedetto: 2,6 km)

Eine gute Strecke für morgens oder abends direkt am See entlang. Start am Hafen in Peschiera (Parkmöglichkeiten in der Nähe) oder an einem beliebigen Punkt an der Strecke. Bei klarem Wetter wunderschöner Blick über den See bis hin zum Monte Baldo. Tagsüber empfehle ich die Strecke nicht: zu viele Spaziergänger unterwegs. Download gpx-file

Strecke 2 (Peschiera del Garda > Ponte Visconteo: 13.3 km)

Eine sehr schöne Strecke entlang dem Fluss Mincio mit vielen interessanten Ausblicken. Erwähnt sei nur das türkis- bis petrol-farbene Flusswasser und die pittoreske Burg. Die Strecke lässt sich fast beliebig verlängern, sogar eine Marathondistanz ist möglich. Parkmöglichkeiten sind sowohl in Peschiera als auch an der Ponte Visconteo vorhanden. Es ist auch möglich auf einer Flussseite hin und auf der anderen zurück zu laufen. Mit Spaziergängern und Fahrradfahrern muss man rechnen. An Wochentagen ist aber genügend Platz für alle.  Download gpx-file

Strecke 3 (Peschiera del Garda > Lazise: 9,3 km)

Start dieser Strecke ist der Hafen von Peschiera del Garda. Hält man sich immer am Wasser und läuft Richtung östliches Seeufer kann man den Einstieg nicht verfehlen. Ich bin die Strecke nur ein kurzes Stück bis zum öffentlichen See-Fussgängerweg gelaufen. Bis Lazise bietet die Strecke 9 km, ist aber weiter nach Bardolino verlängerbar. Viele Spaziergänger. Deswegen vielleicht nicht die erste Wahl für einen Lauf am Wochenende. Download gpx-file

Bildquelle: alle Karten sind Screenshots der Open Street Map Wanderkarte, die verlinkten Bilder/Videos stehen auf http://commons.wikimedia.org bzw. http://youtube.com zur Verfügung

Ab in den Süden …

 - by silke

… der Sonne hinterher.

Ihr werdet es nicht glauben, aber gestern hat es bei uns wieder geschneit und zwar richtig viel. Als ich morgens aus dem Fenster schaute, war ALLES weiss … und heute liegen hier immer noch Reste von dem Zeug rum. Mennooooo … ich will Frühling.

OK … also Frühling gibt es hier im Appenzeller Land momentan keinen, deshalb sind wir schon fleissig am Koffer packen, um uns morgen auf in den Süden Richtung Gardasee zu  machen: die Vorfreude ist gross und wir hoffen auf ähnlich gutes Wetter wie letztes Jahr.