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Frauenlauf Bern (ausführlich)

 - by silke

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Für den Frauenlauf in Bern habe ich mich schon sehr früh entschieden. Zuerst mit dem Gedanken, die 5 km zu laufen. Im Frühjahr bin ich dann auf die 10-km umgeschwenkt und habe mich frühzeitig angemeldet.  Da gab es kein Zurück mehr.

Einen Tag vor dem Rennen sind wir angereist, um noch ein bisschen Bern zu geniessen und die Seele baumeln zu lassen. Das war ein schöner Tag, auch wenn das WM-Fieber in Bern schon grassierte und es dementsprechend unruhig und ein Lokal ohne Live-Übertragung schwierig zu finden war.

Nachts werde ich von heftigen Regengeräuschen wach. So ein Mist, hoffentlich hört es morgen zu regnen auf. Zeit aufzustehen: und es regnet immer noch. Beim Frühstück: es regnet ohne Unterlass. Die Pension, die wir uns für die Übernachtung ausgesucht haben, ist hauptsächlich von “Frauen-Läuferinnen” belegt. Wie witzig. Keine Läuferin ist natürlich über das Wetter glücklich, aber ich wollte doch nicht mein erstes Rennen bei strömendem Regen erleben. Manno.

Nach dem Packen und der schwierigen Entscheidung, was ich bei diesem blöden Wetter für das Rennen anziehen soll, gehen wir los. Sekunden davor hat es aufgehört zu regen: extra für uns ;-)

Gemütlich spazieren wir zum Zielbereich. Die Stadt ist noch sehr ruhig und auch im “Messebereich” sind erst wenige Läuferinnen und Zuschauer. An unsere Lieben zuhause schreiben wir kostenlose Postkarten, decken uns mit kleinen Präsenten ein und ich ziehe mich nochmals um. Das Wetter wird jetzt zunehmend besser.

Dann ist es auch schon Zeit, sich zum Startbereich zu begeben. Ein paar Minuten sehen wir noch den Elite-Läuferinnen beim Laufen zu und staunen, wie schnell die sind. Für mich ist es Zeit, mich ein wenig einzulaufen und mein Liebster begibt sich an den besten Platz zum Zusehen und Fotografieren.

Warten im Starbereich Block 5: es gibt Musik und wer möchte kann zum Aufwärmen mit den Vorturnerinnen ein wenig Gymnastik machen. Startschuss: Block 3 läuft los … Block 4 läuft los und dann steht mein Block auch an der Startlinie. Es geht los und ich vergesse nicht, meinen Forerunner zu starten. Der Start wird uns leicht gemacht: es geht bergab. Allerdings staune ich, wie schnell meinen Mitläuferinnen los laufen. Ich höre manche laut hinter mir schnaufen. Das sind immerhin alles Läuferinnen, die als Zielzeit 65 min angegeben haben. Ich lasse mich nicht beirren und halte mich an meine Pace. Von Anfang  an läuft es richtig gut. Ich fühle mich wohl, meine Beine haben Spass am Laufen. Auch die ersten 2 km, nach denen ich oft denke, jetzt hab ich schon genug, sind easy. Die Stimmung ist super. Auch die Anstiege (152 Höhenmeter insgesamt) sind halb so wild. Am vereinbarten Punkt sehe ich meinen Schatz, er mich aber leider recht spät. Macht nix, es kommen weitere Treffpunkte. Und dann sind die ersten 5 km schon vorbei: so schnell.

Die zweite Runde läuft genauso gut wie die erste. Aber nicht bei allen Läuferinnen. Manche gehen bereits, ich kann immer wieder überholen. Ich lächle: es geht mir gut. Der letzte Schwenker durchs Quartier, bevor es wieder auf die Brücke geht und ich die 9-km-Marke passiere. Ich freue mich auf die letzten 1000 Meter, möchte dann noch einmal Gas geben. Aber ich habe die Rechnung nicht mit der Strecke gemacht. Das letzte Teilstück ist mir unbekannt: es geht bergab und dann wieder bergauf. Bergab gebe ich Gas, keine gute Idee: nach kurzer Zeit bekomme ich Seitenstechen, das mich nicht mehr bis zum Ziel verlässt. So kann ich die letzten 1000 Meter leider nicht mehr so entspannt laufen, wie ich das wollte.

Der Zieleinlauf ist phänomenal: alle Läuferinnen werden lautstark von den Zuschauern angefeuert. Mir gefällt das Plakat kurz vor dem Ziel mit motivierenden Worten und dann … habe ich die Ziellinie überschritten und bin nur noch glücklich und sehr bewegt, habe Mühe die Tränen zurück zu halten. Es ist vorbei, mein Liebster macht noch ein Foto von  mir und ich versuche einfach nur zu sein. Empfange von den Helfern ein Gatorade und bewege mich langsam zum “Goodie-Bereich”. Nach Dusche und einem Mittagessen im tibits machen wir uns auf den Heimweg.

Für mich war das ein sehr gelungener erster Wettkampf, der nicht viel besser hätte laufen können. Unter anderem waren die wichtigsten Aspekte für mich, dass ich unabhängig von der “Masse” meine Pace laufen konnte und dass mein Liebster mir nach dem Lauf sagte, dass ich auf der ganzen Strecke so aussah, als würde ich ganz entspannt laufen.

Alles bestens … und hier noch die Zahlen: 10 km mit 152 Höhenmetern in 01:01:39,8 h. Damit bin ich die schnellste Herisauerin in der Altersklasse W-40 geworden. ;-)

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24. Frauenlauf im Fernsehen

r den Frauenlauf in Bern habe ich mich schon sehr früh entschieden. Zuerst mit dem Gedanken, die 5 km zu laufen.

Im Frühjahr bin ich dann auf die 10-km umgeschwenkt und habe mich frühzeitig angemeldet. Jetzt gibt es kein zurück

mehr.

Einen Tag vor dem Rennen sind wir angereist, um noch ein bisschen Bern zu geniessen und die Seele baumeln zu

lassen. Das war ein schöner Tag, auch wenn das WM-Fieber in Bern schon grassierte und es dementsprechend unruhig

und ein Lokal ohne Live-Übertragung schwierig zu finden war.

Nachts werde ich von heftigen Regengeräuschen wach. So ein Mist, hoffentlich hört es morgen zu regnen auf. Zeit

aufzustehen: und es regnet immer noch. Beim Frühstück: es regnet ohne Unterlass. Die Pension, die wir uns für die

Übernachtung ausgesucht haben, ist hauptsächlich von “Frauen-Läuferinnen” belegt. Wie witzig. Keine Läuferin ist

natürlich über das Wetter glücklich, aber ich wollte doch nicht mein erstes Rennen bei strömendem Regen erleben.

Manno.

Nach dem Packen und der schwierigen Entscheidung, was ich bei diesem blöden Wetter für das Rennen anziehen soll,

gehen wir los. Sekunden davor hat es aufgehört zu regen: extra für uns ;-)

Gemütlich spazieren wir zum Zielbereich. Die Stadt ist noch sehr ruhig und auch im “Messebereich” sind erst wenige

Läuferinnen und Zuschauer. An unsere Lieben zuhause schreiben wir kostenlose Postkarten, decken uns mit kleinen

Präsenten ein und ich ziehe mich nochmals um. Das Wetter wird jetzt zunehmend besser.
Dann ist es auch schon Zeit, sich zum Startbereich zu begeben. Ein paar Minuten sehen wir noch den

Elite-Läuferinnen beim Laufen zu und staunen, wie schnell die sind. Für mich ist es Zeit, mich ein wenig

einzulaufen und mein Liebster begibt sich an den besten Platz zum Zusehen und Fotografieren.

Warten im Starbereich Block 5: es gibt Musik und wer möchte kann zum Aufwärmen mit den Vorturnerinnen ein wenig

Gymnastik machen. Startschuss: Block 3 läuft los … Block 4 läuft los und dann steht mein Block auch an der

Startlinie. Es geht los und ich vergesse nicht, meinen Forerunner zu starten. Der Start wird uns leicht gemacht: es

geht bergab. Allerdings staune ich, wie schnell meinen Mitläuferinnen los laufen. Ich höre manche laut hinter mir

schnaufen. Das sind immerhin alles Läuferinnen, die als Zielzeit 65 min angegeben haben. Ich lasse mich nicht

beirren und halte mich an meine Pace. Von Anfang  an läuft es richtig gut. Ich fühle mich wohl, meine Beine haben

Spass am Laufen. Auch die ersten 2 km, nach denen ich oft denke, jetzt hab ich schon genug, sind easy. Die Stimmung

ist super. Auch die Anstiege (152 Höhenmeter insgesamt) sind halb so wild. Am vereinbarten Punkt sehe ich meinen

Schatz, er mich aber leider recht spät. Macht nix, es kommen weitere Treffpunkte. Und dann sind die ersten 5 km

schon vorbei: so schnell.

Die zweite Runde läuft genauso gut wie die erste. Aber nicht bei allen Läuferinnen. Manche gehen bereits, ich kann

immer wieder überholen. Ich lächle: es geht mir gut. Der letzte Schwenker durchs Quartier, bevor es wieder auf die

Brücke geht und ich die 9-km-Marke passiere. Ich freue mich auf die letzten 1000 Meter, möchte dann noch einmal Gas

geben. Aber ich habe die Rechnung nicht mit der Strecke gemacht. Das letzte Teilstück ist mir unbekannt: es geht

bergab und dann wieder bergauf. Bergab gebe ich Gas, keine gute Idee: nach kurzer Zeit bekomme ich Seitenstechen,

das mich nicht mehr bis zum Ziel verlässt. So kann ich die letzten 1000 Meter leider nicht mehr so entspannt

laufen, wie ich das wollte.

Der Zieleinlauf ist phänomenal: alle Läuferinnen werden lautstark von den Zuschauern angefeuert. Mir gefällt das

Plakat kurz vor dem Ziel mit motivierenden Worten und dann … habe ich die Ziellinie überschritten und bin nur

noch glücklich und sehr bewegt, habe Mühe die Tränen zurück zu halten. Es ist vorbei, mein Liebster macht noch ein

Foto von  mir und ich versuche einfach nur zu sein. Empfange von den Helfern ein Gatorade und bewege mich langsam

zum “Goodie-Bereich”. Nach Dusche und einem Mittagessen im tibit machen wir uns auf den Heimweg.

Für mich war das ein sehr gelungener erster Wettkampf, der nicht viel besser hätte laufen können. Unter anderem

waren die wichtigsten Aspekte für mich, dass ich unabhängig von der “Masse” meine Pace laufen konnte und dass mein

Liebster mir nach dem Lauf sagte, dass ich auf der ganzen Strecke so aussah, als würde ich ganz entspannt laufen.

Alles bestens … und hier noch die Zahlen 10 km mit 152 Höhenmetern in 01:01:39,8 h, damit bin ich die schnellste

Herisauerin in der Altersklasse W-40 geworden. ;-)