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Übern Tellerrand 4: Rheineck > Arbon

 - by silke

Wer meinen letzten Artikel zu “Übern Tellerrand” gelesen hat, wird sich fragen, warum ich nicht beim zuletzt erreichten Ziel weiter laufe: das hat logistische Gründe. Die Strecke Rorschach > Rheinspitz ist mir zu kurz und umgekehrt kommt man mit den ÖV schlecht früh morgens zum Rheinspitz. Deshalb  habe ich mich entschlossen in Rheineck loszulaufen und über Rheinspitz und Rorschach gemütlich nach Arbon zu laufen.

Diese Tour war nicht nur eine weitere Etappe in der Tour übern Tellerrand, sondern auch eine Run2Cache-Tour. Aber jetzt ist Schluss mit dem Vorgeplänkel.

05:15 – ich schlage die Augen auf und entscheide: heute gibt es eine weitere Etappe für die Tour übern Tellerrand, auch wenn am Sonntag mein erster 10-km-Lauf ansteht. Rein in die Laufklamotten, alles notwendige eingepackt und ich erwische noch meinen Bus.

06:05 – rein in den Bus und auf nach Rheineck. Die Fahrt dauert rund eine Stunde, ist aber sehr kostengünstig: 4,20 CHF. Da kann man nicht meckern. Überhaupt kenne ich sonst kein so gut ausgebautes ÖV-Netz wie in der Schweiz. Nicht umsonst hat die SBB bei der letzten Europa-Meisterschaft mit dem Slogan geworben “Wir sind Europa-Meister … im Bahnfahren. Oder war es die letzte Weltmeisterschaft?

07:11 – nachdem ich noch rasch einen Kugelschreiber am Kiosk gekauft habe (den brauche ich für meine GC-Logeinträge) geht es zur Schiffslände: dem Startpunkt meiner Tour und zu meinem ersten GC (Schifflände Rheineck). Die Schifflände ist übrigens die höchstgelegene am Rhein  mit 400 MüM.  Ein bisschen gucke ich in die Löcher der Mauer und dann habe ich den GC schon gefunden. Jetzt kann es losgehen: ein schöner, schattiger Weg liegt vor mir. Am Anfang ist es recht laut wegen der direkt daneben liegenden Autobahn, aber nach ein paar hundert Metern verliert sich der Lärm.

07:40 – den zweiten GC (Bisenwäldeli) finde ich leider nicht, habe keine Lust lange zu suchen. Dafür entdecke ich ein sehr lauschiges Plätzchen, einen Vogelbeobachtungsposten und werfe einen Blick durch jedes der “Fenster”. Und weiter geht es: die Luft ist noch herrlich, nicht zu warm. Es weht ein Lüftchen und der Boden ist übersät mit Totholz, das der Sturm von letzter Nacht von den Bäumen gerissen hat. Ich passiere ein Erdbeerfeld, auf dem die ersten Pflücker gerade mit ihrem Tagwerk beginnen. Mhmmmm … Erdbeeren.

08:08 – ich komme am Rheinspitz an. Hier gibt es auch einen GC (d’Blick zum Rhyma am Rhyspitz), den ich mir aber schenke, denn es ist ein Multi. Für Geduldige ist der aber auf jeden Fall machbar, da er nur wenige Stationen hat. Stattdessen sehe ich mir an, was es hier zu sehen gibt. Ein Zelt mit daneben stehenden Fahrrädern entdecke ich und es kommt richtiges Urlaubsfeeling bei mir auf. Was so ein Tag neben dem Gewohnten ausmacht. Weiter geht es am Bodensee: es ist einfach super Wetter für diese Tour und ich bereue das frühe Aufstehen kein bisschen.

08:28 – wieder ein herrlich lauschiges Plätzchen, das ich ganz für mich habe und dementsprechend geniesse. Der hier versteckte GC (Altenrhein 2) kann sich nicht lange vor mir verstecken. Ich schreibe einen kurzen Logbucheintrag und dann geht es weiter von Altenrhein aus Richtung Staad. Bevor ich zum Flugplatz komme, entdecke ich noch eine urige Wirtschaft, das Jägerhaus. Auf der Tageskarte steht “Salat mit gebratenen Felchenfilets”. Das würde ich mir gerne am Ende meiner Tour als Belohnung gönnen. Hier müssen wir unbedingt einmal hinfahren. Am Flughafen Altenrhein kann ich der Landung und dem Start eines Hubschraubers zusehen: spannend, aber ziemlich laut. Bevor ich wieder Richtung See abbiege kann ich die Hundertwasser-Markthalle mit ihren Kugeln auf den Dächern goldig in der Sonne schimmern sehen: sehr speziell.

08:48 – ich komme in Staad an und passiere auf einem Holzsteg schicke Neubau-Wohnungen, die direkt am Wasser liegen. Für die Bewohner gibt es ganz nah eine chillige Lounge und den neuen Hafen: richtig chic. Hier finde ich meinen dritten GC (Neuer Hafen – Staad), beobachte die Jachtbesitzer, wie sie ihre Boote flott machen und relaxe ein paar Minuten, bevor es wortwörtlich weiter “on the road” geht. Hier reicht die Bebauung so nah an den See heran, dass ich im Ort laufen muss. Es ist deutlich wärmer und einfach weniger angenehm zu laufen.

09:03 – ich passiere “Neuseeland” und laufe durch ein schönes, kostenloses Strandbad. Für mich ist aber nicht schon wieder Pause angesagt. Eine knappe Viertelstunde später erreiche ich Rorschach, das Ziel der letzten Etappe. Einige Kilometer werde ich jetzt “doppelt” laufen, bis ich wieder unbekanntes Terrain betrete. Zurück am See, berge ich einen weiteren GC (Hafencache 3 (R’schach)).

09:47 – Rorschach liegt hinter mir und meine Beine fühlen sich recht müde an: ich brauche eine längere Pause. Der See lädt dazu ein, die Füsse zu kühlen: das Wasser ist richtig, richtig kalt. Nach nur kurzer Zeit tuen mir die Füsse von der Kälte weh: also wieder raus aus dem Wasser. Ich sitze auf der Mauer, geniesse das Leben, lasse meine Füsse trocknen und esse zur Stärkung einen Powerriegel. Urlaubsfeeling pur … Jetzt ist es mal Zeit, auf meine Kilometeranzeige zu schauen: ohoh … schon fast 15 km. Bis Rorschach hatte ich eigentlich 10 km geschätzt. Schaffe ich es noch nach Arbon?

10:00 – ich laufe weiter, nehme mir aber vor, Gehpausen einzulegen, damit ich es locker und verletzungsfrei nach Arbon schaffe. Ich komme nach Horn und muss wieder einige Zeit auf der Strasse laufen. Beim Strandbad gibt es ein lauschiges Plätzchen und ich kann Arbon über dem See erkennen.

10:46 – ich passiere das Ortsschild “Arbon” und laufe durch eine schattige Kastanienallee am Wasser entlang zum Hafen. Bei migros besorge ich mir etwas zu vespern und suche mir danach eine schattige Bank für mein wohl verdientes frühes Mittagessen. Spatzen leisten mir Gesellschaft. Ich sehe unterschiedliche Enten-Arten und auch Schwäne im See schwimmen. Das Wasser glitzert, der Springbrunnen plätschert. Draussen im See kann ich verschiedene Schiffe und Boote ausmachen. Zum Abschluss noch ein letzter GC (Hafencache 2 (Arbon)) und dann denke ich über die Rückfahrt nach.

Ich bin zwar etwas müde, aber es geht mir gut. Ich bin stolz auf mich: das erste Mal habe ich die 20-km-Marke laufend überschritten.

Habt ihr Lust auf den Bodensee bekommen? Für den visuellen Genuss hier meine Bilder.

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Selbstversuch: Chia

 - by silke

chia samen

chia-gel

chia gel

chia fresca

Wer das Buch Born to Run gelesen hat, weiss, dass die “Helden” des Buches, die Tarahumara, sich von einigen wenigen Grundnahrungsmitteln ernähren. Dazu gehört neben Mais auch Chia in unterschiedlichen Formen. Experimentierfreudig wie ich bin, habe ich  mir die Chia-Samen gleich bei einem Online-Auktionator bestellt, um dieses power food zu testen.

Die Chia-Samen erinnern mich an die Samen von Kiwi, sind geschmacklos, haben es aber in sich, glaubt man den Nährwertangaben und deren Interpretation.

Chia-Samen kann unverarbeitet oder als Chia-Gel weiter verwendet werden. Mein erstes Experiment ist die Herstellung von Chia-Gel: dazu werden Chia-Samen mit Wasser im Verhältnis 1:6 bis 1:10 gemischt. Auf verschiedenen Websites kann man lesen, dass es wichtig ist, zuerst das Wasser in das Gefäss zu tun und dann erst die Chia-Samen hinzuzufügen. Ich habe mit der umgekehrten Methode keine schlechten Erfahrungen gemacht. Die Mischung lässt man mindestens 20 Minuten stehen und rührt in diesem Zeitraum einmal um. In diesem Zeitraum gelieren die Chia-Samen und die vorher flüssige Mischung bekommt eine Konsistenz wie Gelee. Das Chia-Gel kann nun weiter verwendet werden.

Chia Fresca ist das berühmte Getränk der Tarahumara. Dazu mischt man das Chia-Gel (ich habe zwei Teelöffel voll genommen) mit Wasser, Zitronensaft und nach Wunsch mit Süssungsmittel – fertig ist ein Erfrischungsgetränk, genau richtig für diese sommerlichen Temperaturen.

Chia-Samen habe ich ausserdem noch

  • mit zerdrückten Beeren verwendet: heraus kommt eine rote Grütze, die man nicht kochen braucht.
  • in meinem morgendlichen Getreidebrei gemischt.

Fazit: Chi-Samen lassen sich vielseitig verwenden, beeinträchtigen die bekannten Gerichte geschmacklich nicht und scheinen eine positive Auswirkung auf die Ernährung zu haben.

Habt ihr Chia auch schon probiert?

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 - by silke

Meine Startnummer für den Schweizer Frauenlauf in Bern ist heute gekommen. Das ist etwas besonderes, denn es ist meine erste Startnummer. :-)

Schade ist, dass ich die letzten Tage nicht laufen konnte: fühle mich krank, Herpes plagt mich und die Energie reicht nichtmal für einen kurzen Lauf. Bleibt die Hoffnung, dass es nächste Woche besser wird.

An die Ruder!

 - by silke

Vielleicht geht es euch auch so: ich kann nicht so viel laufen, wie ich gerne möchte. Auf der Couch möchte ich nicht rumgammeln (zumindest nicht so viel) und deshalb muss ein Alternativtraining her, das möglichst “viel bringt”.

Bei Frau Schmitt habe ich vor einiger Zeit einen Artikel über das Rudern im Wohnzimmer gelesen: die Idee hat mich gleich angesprochen, warum weiss ich auch nicht so genau.

Da ich dieses Wochenende sturmfrei habe, kann ich lauter Dinge unternehmen, für die ich sonst keine Zeit oder keinen Kopf habe. Kurz entschlossen habe ich meine kleinen Einkäufe mit einem Besuch im Fitness-Center kombiniert und unter Anleitung eines Trainers das erste Mal eine Rudermaschine ausprobiert.

Die Technik ist nicht schwierig, den Kraftaufwand kann man an der Maschine einstellen … und los geht es. 30 Minuten habe ich mir vorgenommen und auch geschafft. Am Ende spürte ich ziemlich meinen Hintern und die Oberschenkelrückseite. Das Rudern habe ich als fast meditativ empfunden, fast wie laufen. Prima war, dass ich im Fitness-Center auch den Waterrower ausprobieren konnte, den Frau Schmitt vorgestellt hat. Im Vergleich zu den anderen Maschinen, fand ich die Bewegungen gleichmässiger und das Rauschen des Wassers gibt einem fast die Illusion auf dem Fluss oder See zu rudern.

Passend zu meinem Wunsch nach Crosstraining gibt es in diesem Fitness-Center das Angebot 3 Monate für 2 für ziemlich billig und da habe ich gleich zugeschlagen. Damit ich motiviert bleibe, habe ich auf 1-2-sports.com gleich den Wettbewerb “Den Rhein virtuell runter rudern …” eingerichtet. Mal sehen, ob sich Mitruderer finden.

Bildquelle: Deutsches Bundesarchiv über commons.wikimedia.org